BFF LogoUniv.-Prof. Dr. Franz Fischl
Hormonmedizin2026-02-01

Wechseljahre: Was hilft wirklich?

Hormonersatztherapie, pflanzliche Alternativen oder andere Ansätze? Ein Überblick, welche Optionen es gibt und wie man die richtige Entscheidung trifft.

Univ.-Prof. Dr. Franz Fischl
Hormonmedizin – Wechseljahre
Die Wechseljahre sind keine Krankheit. Aber sie können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen – durch Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, verminderte Knochendichte und weitere Beschwerden. Was viele Frauen nicht wissen: Es gibt heute sehr gute Möglichkeiten zu helfen. Vorausgesetzt, man wählt den richtigen Ansatz. ## Die Hormonersatztherapie (HRT) Die wirksamste Methode zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden ist die Hormonersatztherapie. Sie gleicht den sinkenden Östrogenspiegel aus und wirkt direkt an der Ursache der Symptome. Moderne Hormonpräparate – insbesondere körperidentische Hormone (bioidentische HRT) – haben ein deutlich besseres Sicherheitsprofil als ältere Präparate, über die in den frühen 2000er-Jahren kontrovers diskutiert wurde. > Wichtig: Die Entscheidung für oder gegen eine HRT muss individuell und auf Basis einer sorgfältigen Anamnese getroffen werden. Es gibt keine Einheitslösung. ## Für wen kommt eine HRT in Frage? Frauen mit starken Hitzewallungen, Schlafstörungen oder erhöhtem Osteoporoserisiko profitieren oft sehr deutlich von einer Hormontherapie. Frauen mit bestimmten Vorerkrankungen – etwa hormonabhängigen Tumoren, schweren Lebererkrankungen oder einem erhöhten Thromboserisiko – sollten gemeinsam mit mir andere Wege besprechen. ## Pflanzliche Alternativen - Traubensilberkerze (Cimicifuga): gut belegt bei Hitzewallungen, kein Östrogeneffekt - Rotklee-Isoflavone: pflanzliche Phytoöstrogene, moderate Wirkung - Soja-Isoflavone: in Studien gemischte Ergebnisse, individuelle Verträglichkeit - Hopfen und Baldrian: hilfreich bei Schlafstörungen Pflanzliche Präparate können bei leichten bis mittelschweren Beschwerden eine sinnvolle Option sein – vor allem für Frauen, die keine Hormone nehmen können oder wollen. Allerdings sind die Wirkungen oft schwächer und weniger konsistent als bei einer HRT. ## Lifestyle: der unterschätzte Faktor Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und gezieltes Stressmanagement können Wechseljahresbeschwerden deutlich mildern. Nicht als Ersatz für medizinische Behandlung, aber als wichtige Ergänzung. Besonders Krafttraining hat sich als effektiv erwiesen – gegen Beschwerden, aber auch für den Knochenerhalt. ## Meine Empfehlung Sprechen Sie mit mir über Ihre Beschwerden. Ohne vorgefasste Meinungen. Ich höre mir Ihre Situation an, schaue mir die Hormonwerte an und erkläre, was für Sie persönlich sinnvoll ist – ob HRT, Phytoöstrogene, eine Kombination oder etwas ganz anderes. Die Wechseljahre sind eine Phase, keine Endstation.
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